Immer mehr kleine Züchter und Gestüte bleiben auf Ihren gezüchteten Vollblütern sitzen oder finden keine Käufer!

Käuferstreik im deutschen Galopprennsport!

Käuferstreik im deutschen Galopprennsport!

Während sich die Situation im Ausland und auf den Premium-Auktionen noch sehr fest präsentiert, steht hierzulande einigen Züchtern von Vollblut-Rennpferden das Wasser bis zum Hals! Wer nicht in der Lage ist den oberen Markt mit top gezogenen Produkten zu beliefern, bleibt nach einem Besuch der ohnehin sehr übersichtlichen Auktionen in Deutschland nicht nur auf seinen Pferden, sondern auf einem Berg an hohen Kosten sitzen. Sollte sich diese Situation weiter verschärfen, dürfte die Vollblut-Mutterstuten Population in Deutschland schon sehr bald eine kritische Größe erreichen, um noch einen funktionierenden Rennbetrieb aufrecht zu erhalten. Seit Jahren nimmt der Bestand an Mutterstuten ohne Unterbrechung beständig ab und ein Ende dieser dramatischen Bestandsreduzierung ist nicht abzusehen. Der deutsche Galopprennsport braucht aber neben der Qualität auch die Quantität um den Basisrennsport am Leben zu erhalten. Wenn nur noch von wenigen Züchtern für den Premiummarkt gezüchtet wird, dürften schon bald die Rennvereine Probleme bekommen, Rennen wie einen Ausgleich IV ansprechend zu besetzen. Schon während des Derbymeetings im Sommer hatte der Hamburger Rennverein massive Probleme für seine Rennen ausreichend Galopper zu akquirieren. Doch ohne spannende Wettrennen mit vielen Startern juckt es auch dem passioniertesten Zocker nicht mehr so richtig in den Fingern, sein mühsam erspartes Bargeld an den Wettschalter zu schleppen. Über das was da so alles gezüchtet und angeboten wird kann man sicher herzhaft streiten und diskutieren, aber der deutsche Galopprennsport an sich braucht neben der Klasse auch die breite Masse an Galoppern, um zu funktionieren! Es ist wunderbar wenn eine Danedream oder ein Novellist im Ausland großartige Erfolge erzielen nur der Basisrennsport benötigt halt auch Pferde die weit von dieser Klasse entfernt sind. Wenn man sich aber anschaut das der Sieger eines Ausgleich IV mit rund 2.000 Euro die Heimreise antritt und auch im Ausgleich III kaum mehr zu verdienen ist, wird einem der Käuferstreik schnell verständlich. Kein Mensch braucht ein Rennpferd! Das ist eine Tatsache und das Hobby Galopprennsport ist halt nur etwas für Millionäre oder total verrückte Fanatiker, welche Ihre Augen verschließen und in das Wagnis als Besitzer oder gar Züchter eintauchen. Wer ein Rennpferd für unter 10.000 Euro ersteigert oder einen Galopper vom Züchter aus dem Gewinn pachtet kann nicht davon ausgehen einen Spitzengalopper zu bekommen. Hier überwiegt einfach die Liebe zum Pferd und Galopprennsport. Eine Liebe die schnell auf eine harte Probe gestellt wird, wenn hohe Kosten für Training, Startgelder, Transport und Tierarzt auflaufen und die erhofften Gewinne ausbleiben. Sollte der so euphorisch ins Besitzerlager gestartete Vollblutfreund mit seinem vierbeinigen Freund dann doch einmal ein Rennen gewinnen, stellt er erstaunt fest, dass nach allen Abzügen und Prozenten nichts mehr für Ihn über ist und er wirft früher oder später enttäuscht das Handtuch. Die ganz harten und passionierten Liebhaber retten sich noch mit Ihrer Stute ins Züchterlager um weitere rund 60.000 Euro zu verbrennen bis sich der erträumte Erfolg einstellt oder der Supergau das Abenteuer Galopprennsport beendet.

Die Aktuelle Situation lässt sich am einfachsten mit „zu wenig“ beschreiben!

zu wenig Werbung und PR, zu wenig gute Ideen und Projekte, zu wenig Bekanntheit und Aufmerksamkeit, zu wenig Besucher, zu wenig Einnahmen, zu wenig Rennen, zu wenig Renngewinne und Besitzerprämien, zu wenig Besitzergemeinschaften, zu wenig Züchter, zu wenig Mutterstuten und zu wenig Käufer! Diese Liste kann wohl jeder noch ellenlang fortschreiben. Dieser Ausführung stehen dann zu allem übel noch zu viele Deckhengste gegenüber, die aber beruhigender Weise wieder „zu wenig“ ausgelastet sind!

In diesem Sinne Hals & Bein

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