Was sind die Favoriten für die Decksaison 2016 unter den in Deutschland stationierten Vollblut-Deckhengsten?

Betrachten wir diese Frage einmal unter dem Aspekt der vom Direktorium für Vollblutzucht und Rennen nach der Herbstuntersuchung veröffentlichten Statistik und setzten die Anzahl der Bedeckungen in 2014/2015 mit der Abstammung sowie Rennleistung und Perspektive in Relation.

Vollblut-Deckhengste im Profil Teil 1

Vollblut-Deckhengste: Stallion Maxios (2008) von Monsun aus der Moonlight´s Box v. Nureyev:

Der prächtige dunkelbraune Hengst ist im Gestüt Fährhof aufgestellt. Er zeigte in seiner 2-5 jährigen Rennlaufbahn seine besten Leistungen auf Distanzen von 1600-2000m. So war Maxios zweijährig Gruppe 3 Sieger über 1600m und konnte als Fünfjähriger die Gruppe 1 Rennen Prix d´Ispahan sowie Prix du Moulin de Longchamp an seine Fahnen heften. Nachdem bisher keiner der so erfolgreichen Monsun Söhne wie Samum, Manduro, Getaway oder Shirocco in die gewaltigen Hufstapfen des Vaters Monsun treten konnte, erstaunt schon die hohe Anzahl von Bedeckungen aus der Statistik. So deckte Maxios 2014 stolze 104 Stuten und führt im Jahre 2015 sogar die aktuelle Statistik mit 110 Bedeckungen an. Da der Stallion Maxios aber auf eine illustre Liste von Miteigner und prominenten Unterstützern zurückblicken kann, lässt sich die hohe Auslastung plausible erklären. Der Monsun Sohn startet also mit allerbesten Chancen in die Beschälerlaufbahn und sollte sobald seine ersten Produkte als Zwei- und Dreijährige die Rennbahn gesehen haben schnell zu bewerten sein. Die Decktaxe die vom Gestüt Fährhof für den Monsun Sohn Maxios aufgerufen wird beträgt stolze 10.000 Euro. Fazit: Da der hinter ihm platzierte Dabirsim für 2016 nach Frankreich überstellt wurde und die Decktaxe für Soldier Hollow, den prominentesten deutschen Stallion in 2016 nur noch auf Anfrage mitgeteilt wird, dürfte sich Maxios auch in der Decksaison 2016 in seiner 3. Saison über regen Zuspruch freuen. Für Gestüte und größere Züchter sicher einen Versuch wert. Als Besitzerzüchter oder kleiner Züchter sollte man aber hier vielleicht erst einmal abwarten wie sich die Produkte auf der Rennbahn machen. Da bisher keiner der Monsun-Söhne die hohen Erwartungen erfüllen konnte ist das Chancen/Risikoverhältnis nicht sehr günstig.

Vollblut-Deckhengste: Stallion Soldier Hollow (2000) von In The Wings aus der Island Race v. Common Grounds:

Deutschlands erfolgreichster Stallion. Stammt von so erfolgreichen Sire of Sires In The Wings. Soldier Hollow war während seiner langen und erfolgreichen Rennkarriere von 2-7 jährig unter anderem 2 x Sieger im Bayerischen Zuchtrennen Gruppe 1 sowie 2 x Sieger im Premio Roma ( Gr.1). Zudem war Soldier Hollow in diversen weiteren Grupperennen platziert und verdiente über 1 Mio. Euro. Soldier Hollow war ein eisenhartes Pferd dem nichts geschenkt wurde und der in Europa zur Spitze auf seiner Idealdistanz über 2000m gehörte. Auch im Gestüt zeigte der In The Wings Sohn schnell, dass er nicht aus der Art geschlagen war und etablierte sich zum führenden Beschäler in Deutschland. Seine Produkte verkaufen sich hervorragend auf den Auktionen und sind früh zur Hand. Die Nachkommen gewinnen auf fast allen Distanzen und haben ein gutes Fundament. Das bisher erfolgreichste Produkt ist Derbysieger Pastorius. Im Jahre 2014 deckte Soldier Hollow 106 Stuten. 2015 konnte sich der Stallion Soldier Hollow mit 100 Stuten bei einer Decktaxe von 15.000 Euro ebenfalls über eine sehr gute Auslastung freuen. Soldier Hollow ist im Gestüt Auenquelle stationiert. Seine Decktaxe für 2016 wird interessierten Züchtern auf Anfrage mitgeteilt. Fazit: Für alle die sich die Decktaxe leisten können ein wunderbarer Stallion der seine Nachkommen prägt. Soldier Hollow ist zudem kommerziell sehr gefragt und wer eine geeignete Stute zur Bedeckung im Bestand hat macht mit Soldier Hollow sicher nichts falsch. Das Chancen/Risikoverhältnis ist trotz der hohen Decktaxe als fair zu bezeichnen.

Vollblut-Deckhengste: Stallion Reliable Man (2008) von Dalakhani aus der On Fair Stage v. Sadler´s Wells:

Der Schimmelhengst Reliable Man kann sich in seiner kurzen Laufbahn ebenfalls schon reger Nachfrage erfreuen. So deckte Reliable Man im Gestüt Röttgen in 2014 bereits 54 Stuten und konnte die Zahl der Bedeckungen in 2015 sogar auf 70 ausbauen. Reliable Man wird zudem als Shuttle Stallion in Neuseeland eingesetzt. Die ersten Fohlen des Dalakhani Sohns sehen sehr vielversprechend aus. Reliable Man gewann Rennen wie den Prix du Jockey Club (G1) und gehörte auf Distanzen um 2000m zur europäischen Spitze. Der junge Hengst steht deutschen Züchtern zur Decktaxe von 6.000 Euro zur Verfügung. Fazit: Enorm schwer einzuschätzen! Hier ist vom Flop bis zum kommenden Superstar alles möglich. Vom Pedigree her für hiesige Stuten eher ein Outcross der Fantasie beim Mating erfordert. Da die Fohlen wirklich sehr gut aussehen ist Reliable Man einen Versuch wert. Die Decktaxe ist für einen Stallion mit seinem Rekord durchaus angebracht. Reliable Man ist auf jeden Fall einen Versuch wert! Da der junge Stallion über 120 Nachkommen aus den ersten beiden deutschen Jahrgängen am Start hat, dürfte Reliable Man sicher ein paar heiße Einsen im Feuer haben. In Neuseeland ist sogar ein regelrechter Hype um Reliable Man ausgebrochen. Dort deckte der prächtige Schimmelhengst je Saison sogar zwischen 130 bis zu 160 Stuten die in 2016 für Reliable Man bereits gebucht sind! Auch müssen die neuseeländischen Züchter mit umgerechnet 9241,00 Euro wesentlich tiefer für die Dienste des Stallion Reliable Man in die Tasche greifen. Da sich seine Nachkommen aber hervorragend auf den Auktionen in Australien und Neuseeland verkaufen, greifen die Züchter gerne zu. Selbst ein Makfi der mit Make Belive und Marky Mark bereits 2 gestandene Gruppe 1 Sieger auf der Bahn hat, ist mit umgerechnet 10.700 Euro nur unwesentlich teurer wobei der europäische Züchter 20.000 Euro für seine Dienste auf den Tisch legen muss. Da die ersten Jahrgänge von Reliable Man wirklich sehr kopfstrak sind und auch die ihm zugeführten Stuten keine Wünsche offen lassen wie World Champion Stute Pride, Lips Arrow Mutter des Gruppe 1 Siegers Lucky Lion, Enora Gruppe 1 Siegerin und viele weitere Gruppe und Listensiegerinnen belegen. Reliable Man sollte daher sehr schnell zu bewerten sein, sobald seine ersten beiden Jahrgänge die Rennbahnen in Australien, Neuseeland und Deutschland betreten haben. Die 6.000 Euro Decktaxe könnten dann ganz schnell in den fünfstelligen Bereich drehen. Wer also bereits mit dem Gedanken gespielt hat seine Stute vom Stallion Reliable Man decken zu lassen, sollte nicht länger warten und noch in 2016 die Chance wahrnehmen. Wenn auch nur ein paar der zahlreichen Nachkommen nicht aus der Art geschlagen sind, kann der Züchter sicher mit ordentlichen Preisen auf den deutschen Auktionen rechnen. In Australien und Neuseeland erzielen seine Produkte schon jetzt bis zum 20-fachen der aktuellen Decktaxe! Alles was interessierte Züchter wissen müssen steht auf Reliablemanstallion.

Vollblut-Deckhengste: Stallion Jukebox Jury (2006) von Montjeu aus der Mare Aux Fees v. Kenmare:

Jukebox Jury

Jukebox Jury hatte einen guten Start in die neue Karriere als Vollblut-Deckhengst! Seine Nachkommen sind begehrt.

Ist wie Reliable Man ebenfalls Schimmel. Jukebox Jury war bereist zweijährig früh zur Hand und konnte in den Royal Lodge Stakes in Ascot einen Sieg auf Gruppe 2 Ebene erzielen. Zudem belegte Jukebox Jury einen ausgezeichneten zweiten Platz in der Racing Post Trophy Gruppe 1 in Doncaster! Als Dreijähriger war Jukebox Jury Sieger im Preis von Europa Gruppe 1 über 2400m in Köln. Seine ganze Klasse und Vielseitigkeit offenbarte der Schimmel dann im Irish St. Leger über 14 furlongs Gruppe 1 das Jukebox Jury als Fünfjähriger gewinnen konnte. Jukebox Jury konnte in vier Rennzeiten bei 22 Starts 9 Rennen gewinnen und war 7 mal platziert! Er gewann Rennen auf Distanzen von 1400m – 2937m. Für Seine Leistung bekam Jukebox Jury ein GAG von 99 kg. Er brachte es auf eine Gewinnsumme von 857.186 Pfund! Als Vater von Jukebox Jury zeichnet der einzigartige Montjeu verantwortlich. Selbst ein Rennpferd von Weltklasse und Sieger in zahllosen Gruppe 1 Rennen wie Prix de l´Arc de Triomphe, Irish Derby, French Derby, etc. Montjeu war Champion Dreijähriger in Europa 1999 und Champion älteres Pferd 2000 in Europa. Auch im Gestüt war Montjeu ein absoluter Überflieger! So zeugte Montjeu 4 Derbysieger und Ausnahmegalopper wie Camelot, Hurricane Run, Autorized, Motivator, Pour Moi, St. Nicholas Abbey oder Fame And Glory. Da auch die Mutterlinie von Jukebox Jury etwas weiter hinten einiges zu bieten hat, sollte der junge Nachwuchsbeschäler durchaus mit sehr guten Chancen in seine Karriere als Beschäler starten. Seine Nachkommen verkaufen sich ausgezeichnet und die Züchter sind von den Fohlen und Jährlingen ebenfalls sehr angetan. Die Decktaxe ist mit 5.500 Euro die vom Gestüt Etzean für Jukebox Jury aufgerufen werden ebenfalls für einen Hengst dieses Klasse angemessen. Fazit: Der feine Schimmelhengst ist bei Züchtern begehrt und konnte bei der Zahl der Bedeckungen von 53 in 2014 auf 64 in 2015 sogar noch zulegen. Mit diesem Grundstock hat Jukebox Jury eine solide Basis um sich als Sire zu profilieren. Er sollte auch 2016 zu den gefragten Stallions in Deutschland gehören. Da hier sowohl Decktaxe als auch Rennleistung und Value im Salesring zusammen passen, sowohl für Besitzerzüchter die für den eigenen Rennstall züchten, als auch für Züchter die den Markt bedienen gut geeignet. Da der Einstieg 2016 aber spät erfolgt hängt viel davon ab, wie sich die Produkte der ersten beiden Jahrgänge präsentieren. Daher nicht ganz ohne Risiko!

Vollblut-Deckhengste: Stallion Kamsin (2005) von Samum aus der Kapitol v. Winged Love:

Man wundert sich bei der Abstammung wie schwer Kamsin kämpfen muss, um sich seinen Platz unter den deutschen Vollblut-Deckhengsten zu verdienen. Stammt er doch vom Derbysieger und Champion-Beschäler Samum aus der Gruppe Siegerin Kapitol! Kamsin wurde auch auf der Rennbahn stets unterschätzt, was Ihn aber nicht davon abhalten konnte, Rennen wie das Deutsche Derby (Gr.1) überlegen mit 3 Längen oder die beiden Gruppe 1 Rennen Großer Preis von Baden und Rheinlandpokal zu gewinnen. Auch seine Abstammung über Samum – Monsun – Königsstuhl vertritt bestes deutsches Steherblut und lässt eigentlich keine Wünsche offen. Der Start von Kamsin nach seiner so erfolgreichen Rennlaufbahn als Beschäler verlief allerdings alles andere als Glücklich. So wechselte er bereits vom Gestüt Röttgen über Gestüt Karlshof zum Gestüt Ohlerweiherhof wo Kamsin nun eine neue Heimat gefunden hat. Kamsin wurde in den letzten Jahren zudem von den Vollblutzüchtern nur mäßig unterstützt was seinen Start ins Beschälerlager zusätzlich stark erschwerte. Laut Statistik konnte Kamsin in 2014 mit 65 Stuten und in 2015 mit 49 Stuten endlich einmal ein volles Buch für sich vereinen. Es bleibt zu hoffen, dass dieser so traditionell gezogene Hengst diese Chance nun endlich nutzen kann und mit entsprechenden Nachkommen von sich Reden macht. Kamsin besitzt immerhin ein GAG von 100,5 kg was nicht viele Beschäler für sich proklamieren können. Seine Gewinnsumme ist mit 663.900 Euro ebenfalls beeindruckend. Leider hatte Kamsin seine beste Saison als Dreijähriger und konnte vierjährig wie auch sein Vater Samum diese Klasse nie wieder abrufen. Fazit: Kamsin ist mit einer Decktaxe von 3.000 Euro durchaus fair bewertet. Da Kamsin kein frühes Pferd war und nicht das momentan so gefragte frühreife Blut führt, hat er es einfach schwer sich bei den züchterischen Dispositionen prominent zu platzieren. Wer etwas Fantasie hat und für den eigenen Rennstall oder das eigene Gestüt züchtet findet mit Kamsin aber einen Vollblut-Deckhengst der seine Chance verdient hat. Ich sehe Kamsin später besonders als Vererber von Mutterstuten ein Ziel auf das der geneigte Züchter schon jetzt hinzüchten kann. Im Gestüt Ohlerweiherhof ist man sicher über Ihre Buchung erfreut.

Vollblut-Deckhengste: Stallion Adlerflug (2004) von In The Wings aus der Aiyana v. Last Tycoon:

Sohn vom Spitzenbeschäler und Sire of Sires In The Wings! Adlerflug steht im in Turbulenzen geratenen Gestüt Harzburg, wo vor wenigen Tagen die  Nord/LB Ihren Rückzug aus dem Gestütsbetrieb ankündigte. Über die Söhne von In The Wings in der deutschen Vollblutzucht braucht man seit Soldier Hollow, Doyen und Mamool wohl kaum noch viele Worte zu verlieren. Die Erfolgsbilanz von In The Wings-Söhnen ist einfach beeindruckend. Nun steht deutschen Vollblutzüchtern mit dem In The Wings Sohn Adlerflug ein weiterer auf der Rennbahn hoch erfolgreicher Spross des Ausnahmehengstes zur Verfügung. Der prächtige Fuchshengst mit den vier weißen Fesseln ist eine echte Augenweide. Adlerflug konnte in seiner Rennlaufbahn die über vier Rennzeiten ging Rennen wie das Deutsche Derby (Gr.1) und den Deutschland-Preis (Gr.1) beide über 2400m gewinnen. Außerdem war er in den Jahren 2007 u. 2008 Zweiter im Großen Preis von Baden (Gr.1) über 2400m. Im Ausland belegte Adlerflug im Prix Ganay (Gr.1) über 2100. einen hervorragenden dritten Platz. Diese Rennleistungen brachten Adlerflug ein GAG von 100,5 kg und eine Gewinnsumme von 651.290 Euro ein. Adlerflug wurde 2010 im Gestüt Harzburg aufgestellt und ist hervorragend vom Start gekommen. So befinden sich in seinem ersten Jahrgang Pferde wie der aktuelle Gruppe 1 Sieger Ito der gegen internationale Konkurrenz überlegen den Großen Preis von Bayern gewinnen konnte oder die Gruppe Siegerin Wunder und die ein Rennen der Gruppe 3 (Prix Chloe) gewinnen konnte und Gruppe 1 platziert lief. Seine dreijährige Tochter Shivajia avancierte im Badener Stutenpreis zur Gruppe 2 Siegerin. Daneben legen eine Vielzahl von Listensiegern und nützlichen Galoppern aus seinen ersten 3 Jahrgängen Ehre für Adlerflug ein. Da Adlerflug zudem über seine Mutterlinie nahe Verwand mit dem Weltklasse-Vererber Galileo ist, dessen Vater Sadler´s Wells auch als Vater von Adlerflugs Sire In The Wings verantwortlich zeichnet, überrascht der fulminante Start von Adlerflug im Beschälerlager kaum. Allenfalls die niedrige Anzahl an Bedeckungen lässt einen erstaunt die Augen reiben. So fanden in 2014 gerade einmal 19 Stuten den Weg zu Adlerflug, bevor in 2015 nach ersten Erfolgen 43 Stuten die Reise nach Bad Harzburg antraten. Fazit: Auch hier wird wieder viel fürs Geld geboten. Ein echter Value for Money Tipp mit Weltklasse-Pedigree und Rennleistung. Für mich einer der Top-Favoriten für die kommenden Jahre. Sowohl für den Eigenbedarf als auch für den Auktionsring absolut empfehlenswert! Adlerflug macht echte Rennpferde die sich auch gut verkaufen.

 

Vollblut-Deckhengste: Stallion Poseidon Adventure (2003) von Sadler´s Wells aus der Fanny Cerrito v. Gulch:

Angel Adventure ist ein Beleg für die korrekten Nachkommen von Poseidon Adventure. Hier als Jährling im Rennstall.

Angel Adventure ist ein Beleg für die korrekten Nachkommen von Poseidon Adventure. Hier als Jährling im Rennstall.

 

Ein Pedigree zu niederknien aber leider kein Gruppe 1 Sieger in seiner langen und siegreichen Rennkarriere! Poseidon Adventure lief von 2-6 jährig und erzielte bei 30 Karrierestarts 4 Siege und 12 Platzierungen! So war Poseidon Adventure 2 x Zweiter im Preis von Europa (Gr.1) sowie platziert im Hansa Preis, Großer Preis der Badischen Unternehmen sowie im Gerling Preis alles auf Gruppe 2 Ebene. Poseidon Adventure wurde 2010 vom Gestüt Hofgut Heymann gekauft und als Deckhengst aufgestellt. Leider viel bisher die Nachfrage trotz GAG von 97 kg noch recht übersichtlich aus, da der in Deutschland so wichtige Faktor Gruppe 1 Sieger fehlt. Die Lebensgewinnsumme beträgt 240.448 Euro. Poseidon Adventure hat inzwischen 19 Nachkommen am Start. Darunter aus dem ersten Jahrgang der heute vierjährig ist Pferde wie Amorous Adventure der Achter im Derby 2014 war und den Listensieger Finest Adventure. Anbei eine Aufstellung der bisherigen Nachzucht von Poseidon Adventure:

 

 

 

Amorous Adventure: Hengst geb. 28.03.2011 aus der Auenprincess, Rennerfolg: 8. Platz im Derby 2014!

Attention Adventure: Hengst geb. 31.03.2011 aus der Akilinda, Rennerfolg: 3 Starts, 1 Sieg, 1 Platz

Finest Adventure: Hengst geb. 18.04.2011 aus der Finney Hill, Rennerfolg: Listensieger!

Zaphiras Adventure. Stute geb. 28.02.2011 aus der Zaphira Adventure, Rennerfolg: bei 6 Starts 83% im Geld

Fantastic Adventure: Hengst geb. 14.04.2013 aus der Finney Hill

Summit Adventure: Hengst geb. 12.05.2013 aus der Sumita

Adventure: Stute geb. 20.01.2013 aus der Auenprincess

Art of Adventure: Stute geb. 08.03.2013 aus der Art of Magic

Zanini: Hengst geb. 2013 aus der Zucarella inzwischen erfolgreich auf der Rennbahn GAG 84 kg.

Angel Adventure: Stute geb. 15.03.2014 aus der Akatina

Prairie Sunshine: Stute geb. 24.03.2014 aus der Prairie Lilli

Forever Adventure: Stute geb. 07.04.2014 aus der Finney Hill

Night Adventure: Stute geb. 02.05.2014 aus der Nachtigall

Alte Adventure: Stute geb. 19.01.201 aus der Active Girl

Prairie Moonshine: Stute geb. 25.02.2015 aus der Prairie Lilly

Art of Happiness: Stute geb. 03.03.2015 aus der Art of Magic

Amorous Lord: Hengst geb. 14.03.2015 aus der Allgäuprincess

Irish Adventure: Hengst geb. 17.03.2015 aus der Irish Eagle

Flower Power: Stute geb. 18.03.2015 aus der Finney Hill

Diese Aufstellung zeigt wie schwer es viele deutsche Vollblut-Deckhengste aufgrund des kleinen Mutterstutenbestandes haben. Sie erhalten kaum Chancen auf starke Jahrgänge und müssen sich praktisch selbst als Stallion machen. Poseidon Adventure deckt im Gestüt Hofgut Heymann für 2.000 Euro. Er macht schöne und korrekte Pferde wie Trainer Karl Demme erklärt, der viele Nachkommen von Poseidon Adventure betreut. Fazit: Ein value for money Stallion der aus bisher sehr bescheidenen Voraussetzungen viel gemacht hat. Ideal für Züchter die für den eigenen Rennstall züchten. Er könnte mit etwas mehr Zuspruch sicher noch für die eine oder andere Überraschung gut sein. Als Sohn des Jahrhundert-Stallion Sadler´s Wells immer eine Wette wert.

Vollblut-Deckhengste: Stallion Wiener Walzer (2006) von Dynaformer aus der Walzerkönigin v. Kingmambo:

Ein ganz interessanter Kandidat vom amerikanischen Spitzenbeschäler Dynaformer. Hier finden wir auch gleich eine Parallele von Vater und Sohn. Auch Dynaformer startete seine furiose Karriere als Deckhengst für überschaubare $5.000 auf der Wafare Farm mit 47 Fohlen von denen 46 die Rennbahn sahen. Seinem ersten Jahrgang entsprangen 5 Stakes-Sieger inkl. dem Zweiten aus dem Breeders´Cup Juvenile 1993 und Dritten im Kentucky Derby 1994 Blumin Affair! Nach diesen erfolgen wechselte Dynaformer schon 1995 auf die weltberühmte Three Chimneys Farm wo er den Rest seines Lebens bis zu seinem Tod im Alter von 27 Jahren verbrachte. Seine Decktaxe steigerte sich im Laufe seiner Gestütslaufbahn bis zu seinem Tode auf stolze $150.000 Dollar. Seine Nachkommen gewannen über $105.000.000 auf der Rennbahn! Dynaformer selbst gewann bei 30Starts sieben Rennen und $671.207. In 21 Jahrgängen zeugte Dynaformer 130 Stakes-Sieger, darunter 25 Gruppe 1 Sieger und 18 Millionäre. Seine Produkte zeichneten sich sowohl im Hindernissport als auch auf der Flachen aus. Sein bekanntestes Nachkomme ist Barbaro der leider früh verloren ging. Dynaformer zeichnet sich aber auch als Vererber von Mutterstuten mit über 80 Stakes-Siegern aus. Da Dynaformer zudem auf den so einzigartigen Stallion Roberto zurückgeht der im englischen Epson-Derby triumphierte, steht deutschen Vollblutzüchtern mit Wiener Walzer ein echtes Sahnehäubchen zur Verfügung. Wiener Walzer war in seiner 4 Rennzeiten umfassenden Rennlaufbahn bei 16 Starts 5 x Sieger sowie je 1 x Zweiter und Dritter. Er gewann Rennen wie das Deutsche Derby und den Rheinland-Pokal beide (Gr.1) in 2009 und war 2010 Dritter im Prix d´Ispahan  über 1850m. Seine Gewinnsumme beträgt 566.676 Euro. Da Wiener Walzer über Dynaformer und Roberto das Blut des großen Hail To Reason führt der über seinen Sohn Halo den grandiosen Sunday Silence brachte, könnte Wiener Walzer besonders interessant für Stuten der Big Shuffle Linie werden. Mit den Jahren könnte Wiener Walzer zudem mit Stuten des in Deutschland so furios in die Beschälerlaufbahn gestarteten Darbisim gut harmonieren. Mit Walzerkönigin hat Wiener Walzer eine echte Spitzenstute und Zuchtperle zur Mutter. Die Tochter des Spitzenbeschälers Kingmambo konnte 3 Gruppe-Rennen gewinne und stellt inzwischen mehrere Gruppesieger! Mit Bedeckungszahlen von 36 Stuten in 2014 und 40 Stuten in 2015 nimmt Wiener Walzer einen vorderen Platz in der Gunst der hiesigen Züchter ein. Die Decktaxe des im Gestüt Erftmühle stationierten Beschälers ist mit 4.000 Euro ebenfalls als Marktgerecht zu bezeichnen. Die ersten Nachkommen von Wiener Walzer sind 2015 Zweijährig und es konnte bereits eine Siegerin verkündet werden. Eine weitere Tochter war bereits in einem Auktionsrennen prominent platziert. Fazit: Für mich ist Wiener Walzer einer der ganz dunklen Stallions die enorm schwer einzuschätzen sind. Auch der geneigte Züchter braucht für das passende Mating einige Fantasie und Recherchearbeit. Dennoch gehe ich davon aus das Wiener Walzer sich zu einem Spitzenvererber in Deutschland entwickeln könnte. Besonders dreijährig und älter könnten seine Nachkommen richtig interessant werden.

Vollblut-Deckhengste: Stallion Lord Of England (2003) von Dashing Blade aus der Loveria v. Los Santos:

Lord Of England

Lord Of England gehört zu den erfolgreichsten Vollblut-Deckhengsten in Deutschland!

Einer meiner absoluten Lieblinge unter den Vollblut-Deckhengsten in Deutschland. Steht auch im Jahr 2016 in Gestüt Etzean zur züchterfreundlichen Decktaxe von 5.500 Euro zur Verfügung. Für einen Hengst mit seiner Reputation gewiss ein sehr vernünftiger Preis und aufgrund der vielen erfolgreichen Nachkommen auch vollauf gerechtfertigt. Im Auktionsring verkaufen sich die Hengste von Lord Of England deutlich besser als die Stuten. Das ist schon erstaunlich und etwas merkwürdig da seine bisher besten Nachkommen Stuten waren, wie etwa die Gruppe 1 Siegerin im Preis der Diana Feodora, die zudem auch noch mehrfach auf Gruppe-Niveau platziert war. Olorda war im diesem Jahr sein Aushängeschild und ebenfalls Siegerin auf Gruppe 3 Niveau in Frankreich und Gruppe 1 platziert. Stuten wie die Gruppe 3 Siegerinnen Lady Jacamira oder Salona sprechen ebenfalls dafür diese Abneigung gegen seine weibliche Nachkommenschaft schleunigst abzulegen. Preise für die Stutjährlinge zwischen 10.000-20.000 Euro sind bei diesen Perspektiven einfach deutlich zu wenig. Aber auch bei den Hengsten kann Lord Of England Punkten wie der aktuelle Sieger im Preis des Winterfavoriten (Gr.3) Isfahan jüngst deutlich belegt hat. Weitere erfolgreiche Hengste waren Oil Of England sowie Pakal und Theo Danon die alle ebenfalls in Grupperennen siegreich waren oder punkten konnten. Lord Of England macht sehr schöne kräftige und muskulöse Fohlen. Die Nachkommen sind früh zur Hand und sehr eifrig im Training was wohl ein Erbe ihres Vater ist. Viele der Nachkommen verfügen allerdings über deutlich mehr Stehvermögen als Lord Of England selbst der zwischen 1400m-2000m zu Hause war. Lord Of England war bei allen seinen 8 Lebensstarts im Geld und gewann Rennen wie den Großen Dallmayr-Preis (Gr.1) über 2000m. Als Zweijähriger war Lord Of England bereits Listensieger und 3. im Gran Criterium (Gr.1) über 1600m. Diese Frühreife gibt er auch an viele seiner Nachkommen weiter. Lord Of England erhielt ein GAG von 97,5 kg. Sein Vater der herausragende Mutterstute-Vererber Dashing Blade zeichnete sich ebenfalls durch Frühreife aus und gab diese Eigenschaft ebenfalls an seine Nachkommen weiter unter denen viele herausragende Zweijährige waren. Da Lord Of England einer Mutterlinie entstammt die mit Lomitas, Lirung, La Blue, Lagunas u.v.m. diverse Champions und klassische Sieger hervorgebracht hat, dürfte Lord Of England auch als Mutterstuten-Vererber in den kommenden Jahren in Erscheinung treten. In 2014 deckte Lord Of England 34 Stuten und 2015 waren es 38 was für einen Stallion seiner Klasse eigentlich viel zu wenig ist. Fazit: Wer einen Vollblut-Deckhengst sucht der echte Rennpferde und Gruppe-Sieger macht und auch den finanziellen Aspekt im Auge behält, ist mit Lord Of England besten bedient. Interessant wäre unter diesem Gesichtspunkt auch einmal eine Verpaarung von Lord Of England Töchtern mit Wiesenpfad oder Samum.

Vollblut-Deckhengste: Stallion Tertullian (1995) von Miswaki aus der Turbaine v. Trempolino:

Bei Tertullian haben wir es mit einem bewährten Stallion aus der international so erfolgreichen Raise A Native Sire-Line zu tun. Der Hengst ist inzwischen nicht mehr der jüngste und musste sich über die Jahre auch selber machen, da der so wichtige Gruppe 1 Sieg wieder einmal fehlte. Dieser Umstand konnte Tertullian aber nicht davon abhalten in 2014 Champion der Vaterpferde nach Gewinnsumme in Deutschland sowie Champion der Väter von Zweijährigen 2013 + 2014 in Deutschland zu werden. Titel für die Tertullian lange und hart trotz hervorragender Produkte kämpfen musste. So stellt Tertullian mit Aviso und Irian zwei Sieger in den klassischen German 2.000 Guineas sowie die Gruppe 1 Sieger Mawingo und den in diesem Jahr im Grosser Dallmayr-Preis-Bayerisches Zuchtrennen Gr.1 erfolgreichen Guiliani. Mit Guizot stellt Tertullian zudem den Dritten aus dem Preis des Winterfavoriten 2015. Weitere hoch bewehrte Pferde wie Illo, Beltanus, Russian Tango, Eric, Idolino, Kerosin oder Niyama runden das Ergebnis ab. Besonders die enge Verwandtschaft zu Urban Sea der Ausnahmestute und Mutter des Weltklasse-Vererbers Galileo sei in diesem Zusammenhang noch einmal hervorgehoben. Die Blutlinie die das Pedigree von Tertullian vereint sind wirklich hervorragen und so kommen geneigte Züchter für 5.000 Euro vergleichsweise Preiswert an international hoch bewährtes Blut. 2014 konnte Tertullian 32 Mutterstuten decken und in 2015 stieg die Zahl der Bedeckungen leicht auf 35 an. Tertullian wurde in 5 Rennzeiten in 35 Starts hart geprüft. Seine Gewinnsumme beträgt 231.541 Euro. Er war auf Distanzen zwischen 1200m-1750m daheim, wobei seine Idealdistanz 1300-1400m betrug. Dort gewann Tertullian Rennen wie den Prix de la Porte Maillot, Gr.2 über 1400m den Premio Chiusura Gr.3 über 1400m oder den Grossen Preis von Berlin Gr.3 über 1300m. Fazit: Ein Deckhengst der immer mal wieder einen goldenen Pfeil im Köcher hat. Tertullian zeichnet sich besonders durch frühe Pferde aus, die schon zweijährig hoch erfolgreich am Start sind wie diverse Nachkommen beweisen. Er findet seine Liebhaber eher im Kreise kleiner und mittlerer Züchter und ist unter kommerziellen Gesichtspunkten mit Risiko behaftet. Wer aber für den eigenen Rennstall züchtet, einen frühen Zweijährigen züchten möchte oder mit dem tollen Blut eine künftige Mutterstute heranziehen will, ist mit Tertullian der im Gestüt Erftmühle steht besten bedient.

Vollblut-Deckhengste: Stallion Pastorius (2009) von Soldier Hollow aus der Princess Li v. Monsun:

Der Champion Dreijährige Hengst 2012 in Deutschland! Stammt mit Soldier Hollow vom aktuell führenden deutschen Beschäler. Pastorius ist auf dem Gestüt Fährhof stationiert. Er deckt dort unverändert für 6.500 Euro und konnte in 2014 stolze 50 Bedeckungen aufweisen. In 2015 ging die Zahl allerdings recht deutlich auf 32 Stuten zurück. Etwas mehr Unterstützung hätte man sich sicher von Besitzerseite gewünscht, zumal man sich gegen lukrative Kaufangebote aus dem Ausland entschied und Pastorius auf dem Fährhof eine neue Heimat gab. Sicher wollen hier viele Züchter erst einmal abwarten, wie der Start von Pastorius dessen erste Fohlen in 2015 das Licht der Welt erblickten verläuft. Ob Pastorius es seinem Sire Soldier Hollow gleichtun kann oder gar an seinen Großvater den so erfolgreichen Sire of Sires In The Wings heranreicht ist bisher völlig ungewiss. Die Abstammung des jungen Beschälers ist jedenfalls vorzüglich und nach Rennleistung braucht sich der junge Stallion auch vor keinem deutschen Deckhengst verstecken. Aus meiner Sicht ist es auch gut möglich, dass Pastorius wie schon im Prix Ganay (Gr.1) über 2100m auch im Gestüt seinem Boxennachbarn Maxios davon galoppiert und sich als der neue Deckhengst-Star auf dem Fährhof etabliert. Nach Höhe der Decktaxe und in der Gunst der Züchter hat jedoch noch Maxios eindeutig die Nase im Rennen um die Regentschaft auf dem Fährhof vorn. Mein Favorit ist jedoch eindeutig Pastorius! Ein weiterer Vorteil ist das Pastorius bereits als Zweijähriger früh zur Hand war und das Herzog von Ratibor-Rennen (Gr.3) über 1700m gewinnen konnte. Dreijährig konnte es Pastorius noch deutlich besser und gewann gegen den Spitzengalopper Novellist das Deutsche Derby (Gr.1) über 2400m sowie den Großen Dallmayr-Preis (Gr.1) in München über 2000m. In den Qipco Champion Stakes (Gr.1) belegte Pastorius einen achtbaren 4. Rang, bevor er vierjährig einen Sieg im besagten Prix Ganay (Gr.1) folgen ließ. Diese gezeigten Leistungen brachten Pastorius ein GAG von 101 kg ein. Seine Idealdistanz lag um 2.000m. Bei 14 Starts gewann Pastorius 6 Rennen und war 2 x Zweiter sowie 1 x Dritter. Seine Gewinnsumme beläuft sich auf 769.155 Euro. Fazit: Ein junger Stallion der eine Menge Potential hat und sich hoffentlich schnell in der Spitze der heimischen Beschäler etablieren kann. Es bleibt allerdings zu hoffen, dass die Unterstützung seitens der Züchter nicht noch weiter abfällt, da es mit kleineren Jahrgängen deutlich schwerer werden würde sich erfolgreich zu platzieren. Auch die anstehenden Jährlingsauktionen dürften spannend werden ob und wie die Produkte von Pastorius am Markt ankommen. Wer eine zu Pastorius passende Stute sein eigen nennt, sollte aber auf jeden Fall einmal einen Versuch wagen. Die Decktaxe hat für mich unter den Fährhofer-Stallions das beste Preis/Leistungsverhältnis.

Vollblut-Deckhengste: Stallion Areion (1995) von Big Shuffle aus der Aerleona v. Caerleon:

„Der Champion der immer kämpfen muss!“ So könnte man wohl die Gestütslaufbahn von Areion am besten beschreiben, der 2015 das Jahr seines Lebens hat und das Championat der Deckhengste in Deutschland überlegen anführt. Areion war in seiner Rennkarriere Champion Dreijähriger Sprinter 1998 in Deutschland. Er gewann Rennen wie die Jacobs Goldene Peitsche (Gr.2) sowie 2 x die Holsten-Trophy (Gr.3) alle über 1200m. Bei 16 Starts war der Braune von Big Shuffle 5 x Sieger, 3 x Zweiter und 2 x Dritter. Er brachte es auf eine Gewinnsumme von 294.156 Euro. Da es hierzulande wenig hochdotierte Sprintrennen gibt, konnte die Bilanz kaum besser ausfallen. Wie so viele Big Shuffle Nachkommen die alle über Härte, Langlebigkeit, Speed und Gesundheit verfügen musste Areion von Anfang an um die Gunst der Züchter hart kämpfen. So hatte der inzwischen in die Jahre gekommene Champion schwer unter der geringen Anzahl und Qualität der für ihn gebuchten Mutterstuten zu kämpfen. Was wäre wohl bei einem größeren Buch und entsprechender Unterstützung von Beginn an möglich gewesen? Areion hat sich mit den Jahren hochgedient und bewiesen, dass er ein echter Champion ist, der Stuten deutlich aufwerten kann und Sieger über alle Distanzen stellen kann. Zudem sind Areion Nachkommen früh zur Hand und echte Rennpferde. Leider ist sein Pedigree international nicht besonders gefragt und auch deutsche Züchter tun sich mit einer Buchung für Areion häufig schwer. Auch im Auktionsring hinterlassen die Nachkommen ein gemischtes Bild das nicht entfernt der Qualität der Areions entspricht. Areion ist eher ein Beschäler mit einer eigenen Fangemeinde den man mag oder halt nicht! Den günstigen Decktaxen der Anfangsjahre ist er inzwischen nach grandiosen Erfolgen längst entwachsen und so werden für 2016 stramme 9.500 Euro für Areion vom Gestüt Evershorst aufgerufen. Eine Summe die man sich nach Jahren des Zuwartens und aufgrund der beeindruckenden Bilanz in 2015 redlich verdient hat. Areion macht echte Rennpferde und wer nicht unbedingt fürs Gestüt sondern für den Rennstall züchtet ist mit Areion sehr gut bedient. Dies belegen auch eindeutig Zahlen wie Champion der Deckhengste in Deutschland 2010/2012 und 2015 sowie Champion der Väter der Zweijährigen 2012 und 2015 in Deutschland. Wie es scheint wird Areion mit den Jahren immer besser. Vielleicht fällt ja auch einmal unter den kommenden Jahrgängen ein echter Star, der einen Gruppe 1 Sieg für Areion verzeichnen kann und so evtl. zu einem späteren Zeitpunkt sein Vermächtnis fortsetzen kann. Zu den bisher erfolgreichsten Nachkommen von Areion zählen Kali die Siegerin der German 1.000 Guineas (Gr.2), Die unvergessliche Vanjura Siegerin unter anderem im Premio Ribot (Gr.2) sowie der Istanbul Trophy und Diana Trial (Gr.2), Irini Siegerin im Premio Verziere (Gr.3), Prakasa die Siegerin im Schwarzgold-Rennen (Gr.3), Winterfavorit Limario (Gr.3), der treue Flamingo Star Sieger im Herzog von Ratibor-Rennen (Gr.3), sowie Ashantee die den Walter J. Jacobs Stutenpreis gewinnen konnte. In 2015 überstrahlen die Gruppe 3 Sieger Palace Prince, Queenie, Incantator und die Winterkönigin Dhaba alle zuvor gezeigten Ergebnisse. Fazit: Wer ein echtes Rennpferd züchten will kommt an Areion nicht vobei. Die Chancen einen guten Galopper oder gar Gruppe-Sieger auch aus einer moderaten Stute zu ziehen sind bei kaum einem Stallion besser. Wer sich die 9.500 Euro Decktaxe leisten kann, ist mit Areion die berühmte Nasenlänge voraus. Einzig die Bedeckungszahlen von 39 aus 2014 und nur 31 in 2015 sind für einen Hengst dieser Qualität zu wenig.

Vollblut-Deckhengste: Stallion Campanologist (2005) von Kingmambo aus der Ring Of Music v. Sadler´s Wells:

Wie am 19.12.2015 vom Gestüt Fährhof bekannt gegeben wurde, ist Campanologist auf der Rückreise aus Argentinien wo er als Shuttle-Hengst aufgestellt war, im Alter von nur zehn Jahren an den Folgen einer Kolik verstorben! Ein ganz herber Verlust für das Gestüt Fährhof und die deutsche Vollblutzucht! R.I.P.

Der junge Nachwuchsbeschäler des Gestüts Fährhof konnte 2014 für sich 35 Mutterstuten gewinnen. In 2015 sank die Zahl dann auf 27 Stuten ab.  Hat man sich auf dem Gestüt-Fährhof doch etwas zu optimistisch bei der Gestaltung der Decktaxe mit 7.500 Euro gegeben? Für 2016 wurde die Decktaxe für Campanologist bereits auf 6.500 Euro abgesenkt. Man erhofft sich so wohl mehr Zuspruch von Seiten der sehr preissensiblen deutschen Vollblutzüchter. Vielleicht helfen auch die guten Verkaufsergebnisse bei den jüngsten Auktionen. So konnten Produkte bis 140.000gns. erzielen und auch bei der BBAG-Auktion waren seine Nachkommen durchaus gefragt! So ganz überzeugt von der Perspektive als Stallion war man aber wohl auch im Lager der Maktoums nicht. Warum sonst wurde der gute Campanologist wohl über 6 Rennzeiten auf verschiedenen Kontinenten geschickt! Die 4 Gruppe 1 Siege aus dem Rennrekord von Campanologist sind von der internationalen Wertigkeit auch eher gering einzustufen. Ein Gruppe 1 Sieg im Gran Premio de l Jockey Club e Coppa d´Oro oder Grosser Preis von Lotto Hamburg (Gr.) sowie Rheinlandpokal (Gr.1) und auch Preis von Europa (Gr.1) werden zwar dankbar zu Kenntnis genommen, haben aber züchterisch bei den verwöhnten Scheichs ohne belegbare Statistik als Deckhengst nur wenig Relevanz. Diese sollen die deutschen Züchter nun liefern, die sich verständlicher Weise mit der gestellten Aufgabe zu den ausgelobten Konditionen etwas schwer tun. Fazit: Doch Vorsicht! Campanologist hat mit Kingmambo einen Ausnahmevererber und echten Sire of Sires zum Vater. So führte der von Kingmambo stammende King Kamehamea in 2010 und 2011 gegen knallharte Konkurrenz  die Japanese Leading Sires List als Champion an. Er war zudem auch Champion Dreijähriger-Hengst in Japan. In den USA hat sich der Kingmambo-Sohn Lemon Drop Kid als Beschäler von Format und guten Zweijährigen einen Namen gemacht und in Europa ist King´s Best ebenfalls nicht aus der Art geschlagen. Die Liste der guten Kingmambo-Nachkommen ist lang wie die Spitzengalopper und Champions El Condor Pasa, Henrythenavigator, Devine Proportions, Thewayyouare oder Master Of Hounds belegen. Da Campanologist auch über die Mutterlinie punkten kann, immerhin ist seine Mutter Ring Of Music eine Halbschwester der Spitzenhengste Singspiel und Rahy stehen genetisch alle Ampeln auf grün. Der Start des in 6 Rennzeiten hart geprüften und mit einer beachtlichen Gewinnsumme von 1.149.153 Euro bei 4 Gruppe 1 Siegen erfolgreichen Campanologist fällt sicher nicht wie erhofft aus. Zu diesen Konditionen warten die meisten erst einmal ab, was die ersten Produkte so auf der Rennbahn abliefern. Daher fehlt Campanologist gleich von Anfang an die erforderliche Masse um mit den anderen neu aufgestellten Hengsten in einen fairen Wettstreit zu starten. Eigentlich sehr schade, den dass Pedigree gibt mit etwas Mut zum Risiko und der richtigen Auswahl der Mutterstute eine ganze Menge her. Ein Hengst der sicher eine Chance verdient hat und zu einer der größten Überraschungen werden könnte. Campanologist geht aus dem überaus erfolgreichen Nick von Kingmambo mit Sadler´s Wells Stuten hervor. Da inzwischen viele der in Deutschland aufgestellten Mutterstuten ebenfalls das Blut des Ausnahmehengstes führen bietet sich auch eine Inzucht an. Vielleicht sind die geforderten 6.500 Euro ja im nach hinein sogar ein Schnäppchen gewesen. Die Chancen stehen 50/50.

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