Setzen wird also an dieser Stelle die Betrachtung der in Deutschland aufgestellten Stallions / Englisches-Vollblut-Deckhengste fort.

Englisches-Vollblut-Deckhengste: Stallion Mamool (1999) von In The Wings aus der Genovefa v. Woodmann:

Der Stallion des Gestüts Römerhof konnte in seiner 5 Rennzeiten umfassenden Karriere bei 22 Starts 8 Siege sowie 5 Platzierung erreichen. Mamool gewann Rennen wie den Großen Preis von Baden sowie den Preis von Europa beide (Gr.1) über 2400m. Im Deutschen Derby 2002 belegte Mamool den 5. Rang. Seine Gewinnsumme beläuft sich auf 1.062.000 Euro und sein höchstes GAG auf 99,5 kg. Der inzwischen auch schon 16 Jahre alte Beschäler brachte bisher als erfolgreichste Produkte Pferde wie Lucas Cranach Dritter im Melbourne Cup (Gr.1), Orsino Sieger im Premio Federico Tesio (Gr.2) sowie mehrfach Gruppe 1 platziert in Italien, Lips Poison die Siegerin in den German 1.000 Guineas (Gr.2) und die Gruppe 3 Siegerin in 2015 Early Morning erfolgreich im Grosser Preis des Gestüts Fährhof. Mamool konnte in 2014 ein Buch von 20 Stuten decken und in 2015 zog die Nachfrage sogar auf 27 Stuten an. Fazit: Ein Hengst der immer mal wieder von sich Reden macht. War nie besonders populär und hält sich seit Jahren solide im Mittelfeld, was die Gunst der Züchter angeht. Produkte von Mamool verkaufen sich je nach Abstammung und Rennleistung der Mutterstute im Mittel zwischen 8.000 bis 20.000 Euro wobei immer mal wieder einen Ausreißer nach oben gibt. Der Hengst wird in der Regel von kleineren Züchtern bevorzugt. Die Decktaxe ist mit 5.000 Euro für einen Hengst mit seinem Rekord bei dem derzeitigen Wettbewerb nicht unbedingt günstig, zumal Züchter meist die neuen Hengste bevorzugen.

Englisches-Vollblut-Deckhengste: Stallion Flamingo Fantasy (2005) von Fantastic Light aus der Flamingo Road v. Acatenango:

Der prächtige Fuchshengst wurde im Gestüt Paulick 2014 neu aufgestellt. Er steht interessierten Züchtern zur überaus attraktiven Decktaxe von 2.000 Euro zur Verfügung. Für einen Hengst mit dieser Abstammung kann da nur jedem einmal zu einem Versuch mit Flamingo Fantasy geraten werden. Immerhin hat der junge Stallion mit Flamingo Road eine Diana Siegerin und Derby-Dritte zur Mutter. Auch die weitere Mutterlinie ist über die vorzügliche Zuchtstute Fabula Dancer hervorragend! Der Vater Fantastic Light war eines der besten Rennpferde seiner Generation. Er gewann Rennen wie den Breeders Cup Turf, die Irish-Champion Stakes oder den Tattersalls Gold Cup etc. Seine Gewinnsumme betrug sagenhafte $ 8.486.957. Unvergessen sind die Duelle von Fantastic Light mit Galileo dem Deckhengst unserer Tage. War das Rennen zwischen Galileo und Fantastic Light auf der Rennbahn eine wechselhafte Geschichte, so war die Laufbahn der beiden Hengste im Gestüt eine eindeutige Sache für den Jahrhundertvererber Galileo während Fantastic Light als Stallion eine herbe Enttäuschung war und nicht an seine grandiose Rennlaufbahn anknüpfen konnte. Vielleicht schlägt ja bei Flamingo Fantasy die Mutterlinie voll durch oder sein ausgezeichneter Großvater Rahy bringt entscheidende Impulse. Flamingo Fantasy brachte es in fünf Rennzeiten auf ein GAG von 98 kg. Seine Gewinnsumme betrug 197.050 Euro. Er gewann unter anderem den Hansa Preis (Gr.2) über 2400m und war im Gruppe 1 Deutschland-Preis über 2400m Zweiter. Die ersten Nachkommen sind die Jährlinge von 2016. In seiner noch jungen Laufbahn konnte Flamingo Fantasy in 2014 ein Buch von 19 Stuten decken und dieses in 2015 auf 23 Stuten leicht erhöhen. Fazit: Hier stimmt das Preis/Leistungsverhältnis! Auch wenn die ersten Produkte erst 2017 die Rennbahn betreten und auch noch keine Auktionsergebnisse vorliegen, könnte sich ein Besuch bei Flamingo Fantasy mit Ihrer Mutterstute lohnen.

Englisches-Vollblut-Deckhengste: Stallion Russian Tango (2007) von Tertullian aus der:

Mit 22 Stuten in 2014 und 20 Stuten in 2015 erstaunlich stark gebucht für einen Hengst mit seinem Rekord! Steht bei Werner Klein im Westerwald und deckt für 700 Euro! Der sehr schöne Fuchshengst hatte schon als Rennpferd immer seine Anhänger, die er wohl auch ins Beschälerlager mitgenommen hat. Bei 28 Starts brachte es Russian Tango auf eine Gewinnsumme von stolzen 317.655 Euro und ein GAG von 96 kg. Zu seinen größten Erfolgen gehörte ein dritter Platz im 141. Deutschen Derby sowie der Gewinn des Preis der deutschen Einheit Gruppe 3. Russian Tango dürfte es schwer haben sich als Stallion zu profilieren, da selbst sein Vater der Champion der deutschen Vollblut-Deckhengste in 2014 Tertullian nie über einen Platz im Mittelfeld in der Gunst der deutschen Vollblutzüchter hinauskommt. Fazit: Russian Tango ist zwar sehr preiswert und wurde erstaunlich stark gebucht, wer aber für den Markt züchtet sollte sich von den Nachkommen keine hohen Erlöse versprechen. Ein Hengst für den kleinen Züchter der für den eigenen Rennstall züchtet.

Englisches-Vollblut-Deckhengste: Stallion Hurricane Run (2002) von Montjeu aus der Hold On v. Surumu:

Hurricane Run war immerhin Worldchampion von 2005 und ein Galopper von herausragender Klasse! Er brachte es in seiner 14 Starts umfassenden Rennkarriere auf 8 Siege und 5 Plätze auf Top-Niveau. So gewann Hurricane Run Rennen wie den Prix de l´Arc de Triomphe (Gr.1) 2400m, Irish Derby (Gr.1) 2400m, Tattersalls Gold Cup (Gr.1) sowie die King George & Queen Elisabeth Diamond Stakes (Gr.1) 2400m. Seine Gewinnsumme beträgt 3.483.764 Euro. Als Sohn des Champion-Vererbers Montjeu wurde Hurricane Run im großen Coolmore-Stud in den Anfangsjahren mit großen Büchern von über 100 Stuten bedacht die seiner Fruchtbarkeit Grenzen aufzeigten. Jetzt steht der Champion im Gestüt Bernried und kann sich bei 21 Bedeckungen in 2014 sowie 18 Stuten in 2015 wahrlich nicht über eine zu hohe Beanspruchung beschweren. Hurricane Run konnte leider bisher im Gestüt nicht das umsetzen, was man von einem Rennpferd seiner Klasse und Abstammung erwartet hatte. Zwar steht er immer in den wichtigen Statistiken weit oben aber der ganz große Wurf ist Hurricane Run als Stallion noch nicht gelungen. Zu seinen erfolgreichsten Produkten zählen die Gruppe 1 Sieger Ectot sowie Magic Hurricane. Daneben konnte First Cornerstone (Gr.2), Ballybacka Lady (Gr.3), Don´t Hurry Me (Gr.3), Freedom (Gr.3) Future Generation (Gr.3) sowie Kreem (Gr.3) als Sieger für Hurricane Run punkten. Fazit: Ein Stallion der in den letzten Jahren etwas in Vergessenheit geraten ist. Er hat seine Chancen gehabt und ist immer mal wieder für einen Treffer gut. Wie es im Augenblick aber scheint, tut auch Hurricane Run sich schwer, wie auch die anderen Montjeu-Söhne aus dem Schatten des Übervaters Montjeu als Sire zu treten. Da er mit 12.000 Euro Decktaxe auch nicht wirklich günstig ist, steht ihm ein schwerer Gang bevor. Das zeigt auch gerade die Auslastung von Jukebox Jury der als neuer Stallion im Gestüt Etzean zu einer Decktaxe die halb so teuer ist deutlich stärker nachgefragt wird. Hier sollte vielleicht von Seiten der Eigner einmal über eine marktgerechte Anpassung der Decktaxe nachgedacht werden, um den Hengst nicht vollständig zu begraben. Ein Hengst der durchaus Potential hat aber unter diesen Umständen kaum eine zweite Chance bekommen wird.

Englisches-Vollblut-Deckhengste: Stallion Santiago (2002) von Highest Honor aus der Serenata von Lomitas:

Sieger im klassischen Mehl-Mülhens-Rennen-German 2.000 Guineas über 1600m Gruppe 2 mit einer Gewinnsumme von 284.575 Euro. Konnte bei 20 Starts 7 Siege sowie 7 Plätze zum Teil auf Gruppe-Niveau erzielen. Er entstammt über Highest Honor und Kenmare einer in der französischen Zucht großen und gefragten Hengst-Linie. Sein bester Nachkomme ist der Gruppe 3 Sieger Chopin! Santigo steht im Gestüt Graditz zur Decktaxe von 2.500 Euro. Fazit: Auch hier zeigt sich wieder, dass es für Hengste mit seiner Rennleistung in Deutschland keinen Markt und Perspektive gibt. Muss sich aus sehr kleinen Jahrgängen selbst machen, was mit den ständig neu nachrückenden Beschälern, der kleinen Mutterstutenriege sowie des schwachen Marktumfeldes ein sehr schwieriges unterfangen werden dürfte. Konnte 2014 die Zahl von 24 und in 2015 ein Buch von 18 Mutterstuten bedecken. Sein Weg wird kein leichter sein, um es einmal mit den Worten eines bekannten Sängers auszudrücken.

Englisches-Vollblut-Deckhengste: Stallion Tai Chi ( 2009) von High Chaparral aus der Taita v. Big Shuffle:

Tai Chi war in seiner kurzen und nur 7 Starts umfassenden Rennkarriere bereits früh zur Hand und Sieger im Preis des Winterfavoriten Gr.3 . Er war Champion-Zweijähriger 2011 in Deutschland und konnte zudem auf Gruppe 1 Ebene im Criterium de Saint Cloud ein dritten Rang erzielen. Die Leistungen brachten Tai Chi ein GAG von 96 kg bei einer Gewinnsumme von 242.995 Euro ein. Als Sohn des Coolmore Flagship- Stallion und Doppel-Derbysiegers High Chaparral sicher nicht uninteressant. Der Sadler´s Wells Sohn High Chaparral war nämlich nicht nur ein Rennpferd der Spitzenklasse sondern auch ein Beschäler von Weltruhm wie die Produkte So You Think, Toronado, It´s A Dundeel, der in Deutschland bekannte Lucky Lion und diverse weitere Gruppe-Sieger und Millionäre belegen. Diese Hengste stehen zu teilweise erheblich höheren Konditionen, so dass die 3.900 Euro Decktaxe die von Gestüt Ohlerweiherhof für Tai Chi aufgerufen werden, zumindest bis seine ersten Nachkommen die Rennbahn betreten durchaus angemessen erscheinen. Die Bedeckungszahlen für Tai Chi mit 24 Stuten in 2014 und 17 Stuten in 2015 zeigen aber auch deutlich auf, dass sich schnell Erfolge einstellen müssen, um am Markt zu besten. Fazit: Ein Hengst mit interessanter Abstammung der selbst frühreif war und über seine Abstammung auch aus der Mutterlinie über Big Shuffle eben diese Frühreife verspricht. Da die meisten Söhne von High Chaparral in der Zucht noch jung sind ist das Potential von Tai Chi nur sehr schwer zu bewerten. Aus meiner Sicht gibt das Pedigree aber eine Menge her. Leider ist sein Buch von Stuten etwas klein. Bei entsprechender Unterstützung aber sicher ein Stallion der eine positive Überraschung werden könnte. Tai Chi ist auf jeden Fall einen Versuch wert!

Englisches-Vollblut-Deckhengste: Stallion Wiesenpfad (2003) von Waky Nao aus der Waldbeere v. Mark Of Esteem:

Der Vollblut-Deckhengst Wiesenpfad war während seiner 19 Starts umfassenden Rennkarriere ein wahrer Publikumsliebling. Der prächtige Fuchs hatte seine Idealdistanz über die Meile und konnte Rennen wie Badener Meile (Gr.3), Preis der Sparkassen-Finanzgruppe (Gr.3) 2 mal, sowie Hessen Pokal (Gr.3) und Grosser Preis der Wirtschaft (Gr.3) gewinnen. Wiesenpfad brachte es in vier Rennzeiten auf eine Gewinnsumme von 253.230 Euro. Die Mutterlinie von Wiesenpfad ist ausgezeichnet wie die 2. Mutter Wurftaube und die 3. Mutter Wurfbahn belegen. Sein Vater Waky Nao hat zwar als Stallion keine Bäume ausgerissen, ist aber als Sohn von Alzao interessant. Aus einem kleinen Buch zum Anfang seiner Laufbahn hat Wiesenpfad inzwischen einige gute Pferde wie den Gruppe 3 Sieger Abendwind oder den in dieser Saison in den Auktionsrennen so erfolgreichen Atreju gebracht. Auch hier muss man wieder anmerken, ein Stallion der es nicht leicht hat und sich seinen Platz hart erkämpfen muss. Er steht im Gestüt Trona zur Decktaxe von 2.500 Euro. Einige seiner Nachkommen haben sich im Auktionsring geradezu sensationell gut verkauft obwohl Wiesenpfad wohl eher ein Stallion für kleinere Züchter ist, die für den Eigenbedarf züchten. Fazit: Leider ist die Zahl der Mutterstuten die Wiesenpfad zugeführt werden nicht gerade üppig. So konnte Wiesenpfad in 2014 gute 26 Stuten bedecken bevor es in 2015 rapide auf 16 bergab ging. Es bleibt diesem sympathischen und treuen kleinen Stallion zu wünschen, der gute und harte Rennpferde macht, dass er seinen Weg geht und sich mit der Zeit im oberen Drittel der Vollblut-Deckhengste festsetzt. Aus meiner Sicht ein Stallion der auf jeden Fall einen Versuch wert ist, wenn man eine passende Mutterstute im Stall hat.

Englisches-Vollblut-Deckhengste: Stallion Neatico (2007) von Medicean aus der Nicola Bella v. Sadler´s Wells:

Neatico war bereits zweijährig früh zur Hand und konnte das Herzog von Ratibor-Rennen Gr.3 über 1700m gewinnen. In seiner weiteren Rennlaufbahn die über 6 Rennzeiten ging konnte Neatico mit seinem Sieg im Grosser Dallmayr-Preis Bayerisches Zuchtrennen Gruppe 1 über 2000m seinen größten Erfolg verbuchen. Der harte und kompakte Braune brachte es bei 38 Starts auf 7 Siege und 14 Platzierungen auf seiner Idealdistanz zwischen 1600m-2000m. Neatico verdiente dabei 383.350 Euro. Der Sohn vom erfolgreichen Vererber Medicean ist 2015 mit 15 Bedeckungen in seine neue Laufbahn als Beschäler gestartet. Er steht im Gestüt Hof Ittlingen zur Decktaxe von 3.500 Euro interessierten Züchtern zur Verfügung. Fazit: Auch Neatico dürfte es in seinem neuen Lebensabschnitt schwer antreffen. Wie schon die Zahl von 15 Bedeckungen beim Start offenbart. Dabei sollte es auch keine Rolle spielen, ob er zur Decktaxe von 3.500 Euro oder nur 2.000 Euro debutiert hat. Ein weiterer Stallion der im hart umkämpften deutschen Markt einen sehr schweren Stand haben dürfte.

Englisches-Vollblut-Deckhengste: Stallion It´s Gino (2003) von Perugino aus der Imelda v. Lomitas:

In 3 Rennzeiten bei 11 Starts 10 mal siegreich oder platziert! Gewinnsumme 511.900 Euro und ein Top GAG von 102 kg sowie Champion-älteres Rennpferd in 2008. It´s Gino war in seiner Rennlaufbahn nicht gerade von Glück verfolgt. So folgte auf den erfolgreichen Einstand als Zweijähriger Verletzungspech und ein mühsamer Aufstieg aus der Basisklasse bis in die Champions-League mit 3 dritten Plätzen in Rennen wie Prix de l´Arc de Triomphe, Großer Preis von Baden und Deutschland-Preis alle Gruppe 1 über 2400m. Mit etwas mehr Fortuna wäre beim Braunen wohl noch deutlich mehr drin gewesen. Das sich It´s Gino aber immer wieder zurück gekämpft hat, sagt auch einiges über seine Klasse aus. Er stammt von Perugino der nahe Verwandt mit Sadler´s Wells ist aber nie an diesen heran reichen konnte und ist wohl dessen bestes Produkt. Da schon Perugino in Deutschland einen überaus schweren Stand hatte, konnte nicht unbedingt erwartet werden, dass es für It´s Gino leichter werden würde. Auch er muss sich gerade aus dem Nirvana mit Stuten kämpfen, die nicht unbedingt zur Oberliga gehören, sondern eher der Basisklasse entspringen. Auch die Zahl der Bedeckungen war und ist nicht besonders hoch wie Buchungszahlen von 24 in 2014 und nur 14 Stuten in 2015 für den im Union Gestüt aufgestellten Beschäler belegen. It´s Gino deckt dort für 3.000 Euro. Fazit: Der ganz große Wurf ist It´s Gino unter diesen Voraussetzungen noch nicht gelungen. Seine bisherigen Nachkommen sind aber nicht aus der Art geschlagen und werden von den Trainern als echte Rennpferde bezeichnet, die früh zur Hand sind und sich von der Klasse bereits mit Listensiegen profilieren konnten. Beste Beispiele hierfür sind Forgino und Rosebay sowie zahlreiche weitere Sieger die in der oberen Ausgleichsklasse zu hause sind. Auch die zweijährigen Starter von It´s Gino können sich mehr als sehen lassen. Ein Stallion der robuste Rennpferde macht die ihren Hafer selbst verdienen. Könnte mit besseren Stuten sicher über die Jahre weiter oben mitmischen. Wer Pferde züchtet und in eigenen Farben laufen lässt, hat hier einen sehr interessanten Vererber.

Englisches-Vollblut-Deckhengste: Stallion Contat (2003) von Diktat aus der Conga v. Robellino:

Die Reise des guten Sprinters Contat könnte schon zu Ende sein, bevor Sie richtig begonnen hat. Zu gering ist bisher die Nachfrage nach dem Diktat-Sohn als Beschäler ausgefallen. Auch war unter den ersten Produkten von Contat bisher nicht wirklich viel dabei, was hätte helfen können den guten Contat ins Rampenlicht zu rücken. Hengste dieser Linie haben aber generell mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. So wurde auch der Sprint-Superstar Dream Ahead auf der Auktion komplett übersehen und erzielte keine $20.000.! Ein Pferde das später als Zweijähriger das gleiche Rating wie Frankel erhielt und zu einem der besten Sprinter der letzten Jahrzehnte wurde. Er deckt inzwischen für 17.500 Euro im Ballylinch Stud. Contat brachte es bei 34 Starts auf 9 Siege in Rennen wie der Silbernen Peitsche Gruppe 3 oder im Benazet-Rennen 1200m Gruppe 3. und war 9 mal platziert. Conat bilanziert eine Gewinnsumme von 188.900 Euro. Da es in Deutschland an geeigneten Sprint-Rennen mangelt, gar keine so schlechte Bilanz. Auch mütterlicherseits hat das Pedigree von Contat einiges zu bieten, was dem jungen Beschäler aber leider bisher nicht weiter geholfen hat. Er war zuerst im Gestüt Paulick aufgestellt und steht inzwischen bei Frau Silvia Haubt zur Decktaxe von günstigen 1.000 Euro. Fazit: Das Pedigree von Contat ist wirklich nicht uninteressant aber man begibt sich wohl bei einem Zuchtversuch mit Contat auf eine Wette gegen den Markt. Die Zukunft des Stallion Contat ist jetzt, wo Contat noch weiter aus dem Blickpunkt der Vollblutzüchter rückt, nicht sehr rosig. Da auch unter den bisher wenigen Nachkommen von Contat nichts von Bedeutung war, bräuchte er wohl erheblich mehr Stuten um auf sich aufmerksam zu machen.

Englisches-Vollblut-Deckhengste: Stallion Pomellato (2005) von Big Shuffle aus der Passata v. Polar Falcon:

Englisches-Vollblut-Deckhengste

Englisches-Vollblut-Deckhengste: Pomellato! Ein Stallion der sich gegen alle Hürden selbst gemacht hat!

Hier haben wir es mit dem Champion-Zweijährigen Hengst 2007 in Deutschland zu tun. Pomellato wurde vom Gestüt Ittlingen gezogen und konnte in seiner kurzen nur 4 Starts umfassenden Rennkarriere Rennen wie die Maurice Lacroix Trophy (Gr.3), Criterium de Maisons Laffitte (Gr.3) gewinnen und belegte im Gruppe 1 Gran Criterium von Mailand den vierten Platz. Diese Leistungen brachten Pomellato ein GAG von 97 kg und eine Gewinnsumme von rund 180.000 Euro ein. Sein Gestütseintritt erfolgte 2010 im Haras d´Etreham wo der gute aber wohl nicht entsprechend vermarktet wurde und nur wenige Stuten decken konnte. Bereits 2011 wurde Pomellato in Gestüt Harzburg überstellt, wo sich die Nachfrage aber ebenfalls in Grenzen hielt. So wurde Pomellato dann zur Überraschung der Gestütsleitung und auch einiger Stutenbesitzer die Pomellato gebucht hatten im März 2011 in den Iran verkauft. Was dann geschah gleicht einem Wunder. Mit einem guten Dutzend Nachkommen die Pomellato in seiner kurzen Deckzeit hinterlassen hatte stellte er folgende Pferde:

Another Party mehrfach Gruppe + Listen platziert, Sovalla L platziert, Paola Lisa mehrfach L platziert, Kamellata Gruppe + mehrfach L platziert, Jazz Poem L platziert, Flavin L platziert.

Diese Leistungen brachte er mit vergleichsweise einfachen Stuten und es gibt wohl auch unter den europäischen Top-Vererbern kaum einen Hengst der mehr aus diesen Möglichkeiten gemacht hätte. Sie können die ganze Story um den Stallion Pomellato auf www.Pferdewettenblog.de nachlesen!

Pomellato wurde dann im April 2015 vom Pomellato-Sydikat wieder nach Deutschland zurüch geholt und konnte aufgrund des späten Rückführung nur noch 13 Stuten bedecken. Er steht nun in 2016 im Gestüt Westerberg zur Decktaxe von 5.000 Euro zu Verfügung. Fazit: Hier zeigt sich wieder einmal wie schwer es neue Hengste haben sich bei der geringen Zahl von Mutterstuten im deutschen Markt zu etablieren. Auch Pomellato hatte zunächst keine Chance! Ein Hengst der sich selber gemacht hat und hoffentlich in 2016 ein volles Buch von deutschen Vollblutzüchtern erhält. Da Pomellato eindrucksvoll bewiesen hat welche Leistung man von ihm erwarten darf, ist der Hengst auch zur nicht günstigen Decktaxe von 5.000 Euro absolut zu empfehlen.

Englisches-Vollblut-Deckhengste: Stallion Kalatos (1992) von Big Shuffle aus der Kardia v. Mister Rocks:

Der eisenharte Kalatos ist der Oldie unter den deutschen Vollblut-Deckhengsten! In seiner langen und siegreichen Rennlaufbahn die von 2-9 jährig andauerte konnte der Fuchshengst des Gestüts Harzburg bei 51 Starts 11 Rennen gewinnen und war 23 mal platziert! Er gewann Rennen wie die Laurent-Perrier Meile über 1600m (Gr.3) und kam auf eine Gewinnsumme von 738.800 Euro. Für diese Leistungen erhielt Kalatos ein GAG von 95,5 kg. Kalatos fühlte sich in Rennen zwischen 1600-2000m am wohlsten. Wie alle Big Shuffles und dazu noch als einer der ersten hatte auch Kalatos über seine gesamte Gestütslaufbahn mit geringen Buchungszahlen zu kämpfen. So konnte er nie mehr als 20 Stuten für seine Dienste gewinnen. Da zudem die Mutterlinie mit Mister Rocks auch nicht gerade sehr populär ist und der Gestütseintritt nach 8 Jahren auf der Bahn auch sehr spät erfolgte eine nur logische Konsequenz. Kalatos konnte in 2014 noch 9 Stuten decken und wurde in 2015 von 13 Stuten aufgesucht. Sein bestes Produkt ist die Gruppe-Siegerin Ovambo Queen. Fazit: Ein Stallion der sich langsam vom aktiven Dienst verabschieden wird und nun seinen mehr als redlich verdienten Ruhestand genießen sollte. Ein Rennpferd so ehrlich und hart wie es sich jeder nur wünschen kann.

Englisches-Vollblut-Deckhengste: Stallion Paolini (1997) von Lando aus der Pairie Darling v. Stanford:

Auch Paolini ist wieder ein Rennpferd wie es sich ein Besitzer nur wünschen kann. Der Fuchshengst galoppierte in seiner 6 Rennzeiten umfassenden Karriere die Summe von 3.282.450 Euro ein. Lange ein Rekord der erst durch die einzigartige Danedream gebrochen wurde. Bei 28 Starts gewann Paolini 5 Rennen darunter die Gruppe 1 Rennen Dubai Duty Free Stakes, Gran Premio di Milano, Premio Presidente della Republicca und war in diversen Gruppe-Rennen auf höchstem Niveau platziert. Er brachte es auf ein GAG von 98,5 kg. Leider konnte Paolini im Gestüt nicht auch nur im entferntesten an seine erfolgreiche Rennlaufbahn anknüpfen. Er ist wie man wohl inzwischen sagen kann eine ziemliche Enttäuschung. Zu seinen wenigen erfolgreichen Nachkommen zählen der Überraschungssieger in der Goldenen Peitsche (Gr.2) Ferro Sensation der diese Leistung nie wieder einstellte und der italienische Gr.1 Sieger Nobel. Paolini ist inzwischen bei einer Decktaxe von 2.500 Euro angekommen und steht im Gestüt Ittlingen. Fazit: Ein weiterer Stallion der für die meisten Züchter keine wesentliche Rolle mehr spielt, wie Bedeckungszahlen von 15 Stuten in 2014 und nur noch 11 Stuten in 2015 belegen. Durch die vielen nachrückenden Jungbeschäler dürfte zusätzliche Konkurrenz entstehen. Leider ein Stallion ohne Perspektive.

Englisches-Vollblut-Deckhengste: Stallion War Blade (1997) von Dashing Blade aus der Warluskee v. Dancing Brave:

Deckt für 1.000 Euro im Gestüt Paulick und konnte in 2014 ganze 14 Stuten und 2015 noch 10 Stuten für seine Dienste gewinnen. Ein Hengst der es extrem schwer hat und wie die Zahlen belegen vom Markt keine Beachtung mehr bekommt. Gewann in seiner Rennlaufbahn 2 x den Großen Preis der Dortmunder Wirtschaft (Gr.3) und erzielte eine Gewinnsumme von 172.179 Euro. Den Sprung ins Beschälerlager schaffte er so gerade mit einem GAG von 95 kg. Insgesamt wohl zu wenig, wie die Nachkommen als auch die Nachfrage seitens der Züchter belegen. Fazit: Ein Hengst der Nachkommen für den Basissport liefert. Wer keine Wunder erwartet und kostengünstig züchten möchte kann einen Versuch wagen.

Englisches-Vollblut-Deckhengste: Stallion Sabiango (1998) von Acatenango aus der Spirit Of Eagles v. Beau´s Eagle:

Der Fuchshengst ist ein Sohn des großen Acatenango und inzwischen nicht mehr der Jüngste. In seiner Rennkarriere gewann Sabiango Rennen wie Credit Suisse Private Banking Pokal (Gr.1) 2400m, Oppenheim Union-Rennen (Gr.2) 2200m, WestLB Deutschland-Preis (Gr.1) 2400m sowie Charles Whittingham Memorial (Gr.1) 2000m. Sabiango erhielt für die gezeigten Leistungen ein GAG von 97,5 kg. Während seiner wechselhafte gestütslaufbahn hatte der vom Gestüt Fährhof gezogene Hengst stets mit kleinen Büchern und geringer Nachfrage zu kämpfen. Er hat bisher nichts von Bedeutung in seiner Beschälerlaufbahn hinterlassen. Fazit: Der auf dem Gestüt Fährhof aufgestellte Sabiango drängt sich dem Züchter bei seinen Dispositionen nicht unbedingt auf.

Englisches-Vollblut-Deckhengste: Stallion Shrek (2004) von Pelder aus der Septima v. Touching Wood:

Dem im Gestüt Gut Buchenhof aufgestellten Beschäler Shrek steht ebenfalls ein schwerer Gang als Vollblut-Deckhengst bevor! Schon sein Vater Pelder war nicht unbedingt ein Liebling der Züchter und so dürfte man dem zweifachen Gruppe 3 Sieger Shrek nicht gerade die Boxentür einrennen, um seine Stuten mit ihm zu verpaaren. Shrek konnte für seine gezeigten Leistungen ein GAG von 96 kg erlangen. Er dürfte seine Aufgabe eher als Beschäler in der Warmblutzucht finden. Fazit: Ein weiterer Stallion der sich für Vollblutzüchter mit Ambitionen nicht gerade anbietet.

Englisches-Vollblut-Deckhengste: Stallion Sordino (2006) von Samum aus der Serenata v. Lomitas:

Der prächtige Fuchshengst Sordino ist ein Ebenbild seines Vater Samum, ja fällt sogar noch einen Tick imposanter aus. Leider beendete ein Verletzung viel zu früh die Rennkarriere des versprechenden Sordino. Er barchte es auf ein GAG von 96 kg und war Zweiter im Deutschen Derby (Gr.1) zu Wiener Walzer sowie Zweiter auf Gruppe 2 Niveau zu Night Magic. Die Nachkommen von Sordino der im Gestüt Martinushof aufgestellt ist, sind die Dreijährigen von 2015. Sordino der es auf eine Gewinnsumme von 121.200 Euro brachte vertritt beste deutsche Blutlinien. Da Sordino aber aufgrund der kurzen Rennlaufbahn keine Big Points erzielen konnte, zeigt sich seitens der Vollblutzüchter Zurückhaltung bei den Buchungen. Ein weiterer Stallion der keine echte Chance erhält um sich mit starken Jahrgängen zu profilieren. Fazit: Dem jungen Beschäler stehen keine einfachen Zeiten entgegen. Da er aber bestehend aussieht und sehr gut gezogen ist, sollte ruhig einmal ein Versuch mit Sordino gewagt werden.

Englisches-Vollblut-Deckhengste: Stallion Boreal (1998) von Java Gold aus der Britannia v. Tarim:

Ein echtes Drama ist die bisherige Gestütskarriere des einstigen Spitzengaloppers Boreal. Der imposante Fuchshengst der Rennen wie Deutsches Derby (Gr.1) 2400m oder den Coronation Cup (Gr.1) 2400m gewinnen konnte und in diversen weiteren Gr.1-Rennen platziert war und dabei 972.480 Euro verdiente, sowie ein GAG von 100 kg erhielt, ist als Stallion bisher leider ohne jeden Erfolg. Dabei sah doch alles so gut aus für Boreal! Vom US-Champion Java Gold aus der Champion älteren Stute in Europa Britannia gezogen! Bruder der Derbysiegerin und Champion Dreijährigen Stute in Europa Borgia! Was will das Züchterherz mehr? Doch leider steht der muskulöse Fuchshengst inzwischen zur sehr übersichtlichen Decktaxe von 500,00 Euro im Gestüt Ammerland zur Verfügung. Black-Type Stuten bekommen seine Dienste sogar geschenkt. Fazit: Eigentlich kaum vorstellbar, dass ein Hengst mit so einem ausgezeichneten Pedigree so schlecht in der Zucht eingeschlagen ist. Doch wie sich zeigt war das Haar in der Suppe in diesem Fall wohl Java Gold, der wie man inzwischen sicher behaupten kann, in der Vollblutzucht wenig von Einfluß hinterlassen hat. Da hätten schon ganz erhebliche Impulse aus der Mutterlinie kommen müssen! Da aus meiner Sicht das Pedigree auch äußerst wenige Ansatzmöglichkeiten zur Inzucht bietet um hier Abhilfe zu schaffen, ein echt schwerer Fall.

Englisches-Vollblut-Deckhengste: Stallion Liquido (1999) von Lomitas aus der Lollipop v. Cagliostro:

Der Lomitas-Sohn Liquido ist im Gestüt Lindenhof stationiert. Er brachte es in seiner langen Rennlaufbahn bei 37 Starts auf 9 Siege und 16 Platzierungen. Sein größter Erfolg war der Sieg im Deutschen St. Leger Gruppe 2 wobei Liquido über die weiten Wege besonders erfolgreich war. Liquido brachte es auf eine Gewinnsumme von 284.030 Euro und ein GAG von 95,5 kg. Da sich bisher alle Lomitas-Söhne in der deutschen Zucht schwer getan haben und selbst der große Silvano nach Süd-Afrika überstellt wurde, hat auch Liquido keinen leichten Stand. Der Hengst hat aber inzwischen aus wenigen Chancen bewiesen, dass er durchaus echte Rennpferde machen kann. Fazit: Sicher kein Stallion um einen Sales-Topper zu züchten aber für den passionierten Vollblutzüchter durchaus ein Deckhengst zu erschwinglichen Preisen.

Englisches-Vollblut-Deckhengste: Stallion Kallisto (1997) von Sternkönig aus der Kalinikta v. Königsstuhl:

Auch der Sohn des großen Sternkönigs hat mit kleinen Jahrgängen zu kämpfen. Er war bei 6 Starts in 2 Rennzeiten Sieger im Derby Italiano sowie 4. im Deutschen Derby beide Gruppe 1 über 2400m. Kallisto brachte es auf eine Gewinnsumme vom 362.189 Euro. Betrachtet man sich die Leistungen seiner Produkte einmal genauer, so ist die geringe Nachfrage nach seinen Dienste eigentlich unverständlich! Brachte er doch bereits Pferde wie die Oaks d´Italia Siegerin Gyreka, Andolini Sieger im Großen Sparkassen-Preis (Gr.3), Si Luna Siegerin im Prix de Flore (Gr.3) in 2015, Anna Katharina die Siegerin im Almased Cup-Hamburger Stuten-Preis (Gr.3) in 2015 sowie die beiden Zweiten im Deutschen Derby (Gr.1) Antek und Dickens und den Derby-Dritten Nordvulkan. Für einen Deckhengst mit kleinen Büchern eine wirklich nicht gering zu bewertende Leistung. Die Decktaxe von 3.000 Euro die vom Gestüt Röttgen aufgerufen wird, ist für einen Vererber mit dieser Leistung ebenfalls angebracht. Fazit: Wer einmal ein Pferd züchten möchte, das über die klassischen 2400m und vielleicht sogar im Deutschen Derby auf die Plätze laufen kann, ist mit Kallisto durchaus gut bedient.

 

Bei den in Deutschland aufgestellten Vollblut-Deckhengsten ist für jeden etwas dabei!

Wie die lange und eingehende Betrachtung der in Deutschland aufgestellten Vollblut-Deckhengste der Rasse „Englisches Vollblut“ eindrucksvoll belegt, braucht sich kein Züchter über die Qualität als auch die Quantität der Vollblut-Deckhengste zu beschweren. Es ist für jeden Geldbeutel und züchterischen Anspruch etwas dabei, auch wenn die richtige Auswahl sicher ein wenig Mühe und Intuition erfordert. Zudem ist auch kein Züchter gezwungen ins benachbarte Ausland zu reisen und hohe Transport, Reise-und Pensionskosten auf sich zu nehmen. Die deutschen Vollblut-Deckhengste haben eine Chance verdient und sollten in den züchterischen Dispositionen eines jeden Vollblutzüchters entsprechen berücksichtigt werden. Wo das Produkt dann abgefohlt wird und seine spätere Rennkarriere startet, steht aufgrund des großen Rennbahnsterbens wohl leider auf einem anderen Blatt!

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